Zwischen Salafisten und Antifa – eine Demo im Herzen Hamburgs

Eine kleine Gruppe von aktiven Hamburgern will den vom Verfassungsschutz beobachteten Salafisten der Aktion „LIES“ (Lügen) Widerstand entgegen setzen. Es geht nicht um den Koran, es geht auch nicht darum, diese „verlorenen Seelen“ von einer Umkehr zu überzeugen. Ziel ist es, diesen Rattenfängern keine Chance zu geben, weitere junge Menschen für den Dschihad des islamischen Staates in Syrien und im Nordirak zu werben. Es geht darum, diese konfrontative Darstellung des radikalen Islamismus, der sich offen gegen die Werte unseres Grundgesetzes richtet, zu unterbinden.

Deshalb hatte unser Bezirksvorsitzender Jens Eckleben, auch am Samstag, den 29. August 2015 wieder eine Demonstration gegen die Koranverteilung des radikal-salafistischen Vereins DIIN e.V. angemeldet. Das Hamburger Abendblatt hat darüber berichtet. => Artikel

Im Gegensatz zum letzten Besuch, sind diese radikalen Islamisten diesmal nicht ausgewichen. NEIN: sie hatten im Internet ihre „Brüder und Schwestern“ um Hilfe gerufen. Erschreckend war, wie viele Jugendliche – die Jüngsten sicher erst 12-14 Jahre jung – unter den ca. dreißig bis fünfunddreißig eilends herbei geeilten Unterstützern waren.

Der ca. 4m breite, professionelle Stand der Salafisten befand sich diesmal, wie häufig in den letzten 4 Jahren, mitten im Herzen Hamburgs, am Jungfernstieg auf der Reesendammbrücke, in Sichtweise zum Hamburger Rathaus.

Jedem sollte bewusst sein, mit wessen Geld diese Aktion finanziert wird und wessen Blut damit vergossen wird – das der Christen, Alewiten, Jeziden, Kurden und gemäßigten Muslime in Syrien und im Nordirak. Keiner sollte sich von den smarten, netten und gut gekleideten, bestens rhetorisch geschulten Koranjüngern täuschen lassen.

Es war ein erfolgreicher, lustiger und absolut friedlicher Nachmittag. Zu unserer Erheiterung trugen auch die, von Jens als „Fankurve“ in die Demo-Choreographie eingebundenen, teils johlenden, aber auch sehr friedlichen ca. zehn VertreterInnen der Antifa bei. Es gab fast keine Beleidigungen.

Spannend war das beginnende Umdenken der Antifa-Gegendemonstranten. Der Protest gegen die AfD-Mitglieder war sehr verhalten. Die Jungs und Mädels waren sich des offensichtlichen Widerspruchs bewusst, sich mit ihrem Protest gegen die Demo gleichzeitig zu Helfershelfern von radikalen Muslimen zu machen, die ihre PKK-Freunde in Syrien und im Nordirak massenweise töten.  Deshalb beschafften sie sich kurzerhand neue Pappen und demonstrierten gleichzeitig gegen ISIS und gegen die AfD.

Während der Protestkundgebung kam es zu vielen guten Diskussionen mit Passanten. Sehr erfreulich war, dass die Gruppe der Demonstranten durch fünf Abgeordnete der AfD in der Hamburgischen Bürgerschaft: Andrea Oelschläger, Dr. Ludwig Flocken, Dr. Alexander Wolf, Dr. Joachim Körner und Dr. Bernd Baumann unterstützt wurde.

Die Salafisten spulten ihr antrainiertes Programm ab. Jeder, der sich auf Diskussionen mit ihnen einließ, wurde von ca. 10 – 15 Anhängern umringt und mit massiven Fragen bombardiert. Natürlich waren sie im Auftreten nicht aggressiv, denn das würde zum sofortigen Verbot führen.

Dieses Umringen von Einzelpersonen ist gleichzeitig eine Machtdemonstration, um Außenstehende möglichst einzuschüchtern und ein massives Stören des Demonstrations-rechtes. Gleichzeitig handelt es sich um einen Verstoß gegen die Auflagen des Bezirksamtes, denn die erlauben nur ein Agieren im Umkreis von 2 Metern um den Stand und keinesfalls das aktive Insistieren und Belästigen von Gegendemonstranten.

Es geht nicht um den Dialog, sondern ist Teil der Strategie, Kritiker in unendliche Diskussionen zu verwickeln und diese per Video aufzuzeichnen, um dann in Ausschnitten ihre Kritiker für die eigenen Fans „vorzuführen“.

Wir haben uns über den großen Zuspruch vieler Passanten gefreut. Das reichte vom „Klasse“, „Weiter so“ oder „Schön, dass sich mal jemand dieser Sache annimmt“, bis hin zur Bereitschaft, am nächsten Wochenende selbst teilzunehmen. Zuspruch erhielten wir sowohl von Muslimen, Christen, von jungen Alewiten und Kurden, sogar von Bayern und Japanern. Viele drückten ihre Verwunderung aus, daß es nicht viel mehr Teilnehmer seien und warum diese Koranverteiler überhaupt Stände aufbauen dürften.

Unser besonderer Dank geht an die Hamburger Polizei. Die Beamten mit ihrem Einsatzleiter haben einen tollen Job gemacht und haben stets umsichtig und ruhig agiert. Wir sind uns einig. WIR KOMMEN WIEDER! Auch wenn wir am Samstag nur zwei Dutzend Aktive waren, hat sich damit die Teilnehmerzahl fast verdoppelt.

Hamburg, den 30. August 2015

Kommentar schreiben